Der Eurasier ist eine noch junge, von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse und gilt als harmonisch aufgebauter, mittelgroßer Begleithund mit spitztypischem Erscheinungsbild. Sein dichtes Haarkleid schützt ihn zuverlässig vor Wind und Wetter, während sein stolzer Ausdruck und sein ruhiges Auftreten ihn zu einem wahren Hingucker machen.
Eine kleine Besonderheit ist seine Zunge: Sie kann von Rosa bis Blau in allen möglichen Schattierungen auftreten – ein Erbe seiner Vorfahren wie Chow-Chow, Samojede und Wolfsspitz.
Die Rasse entstand aus der Vision von Julius Wipfel, der einen ursprünglichen, naturbelassenen Hund schaffen wollte – mit klarer Ausstrahlung, hoher Anpassungsfähigkeit und einem ausgewogenen Wesen. All diese Eigenschaften finden sich im Eurasier wieder: Er ist ruhig, gelassen und sensibel, zugleich aber selbstbewusst und eigenständig genug, um in verschiedensten Lebenssituationen sicher aufzutreten.
Wer die Gelegenheit hat, viele Eurasier auf einmal zu sehen, erkennt schnell die beeindruckende Vielfalt dieser Rasse. Jeder Eurasier ist einzigartig. Von hellen falben Tönen über tiefes Schwarz, Schwarze mit Abzeichen, verschiedene Rotnuancen bis hin zu wolfsgrauen Varianten ist alles dabei. Nur reinweiße oder gescheckte Tiere kommen – aus gesundheitlichen Gründen – nicht vor und sind auch nicht erwünscht. Die Fellfarbe vieler Eurasier verändert sich im Laufe ihres Lebens, weshalb die Festlegung auf eine „Wunschfarbe“ nur bedingt sinnvoll ist.
Was den Eurasier besonders auszeichnet, ist seine enge Bindung an seine Familie. Er besitzt ein außergewöhnliches Gespür für Stimmungen und reagiert feinfühlig auf die Menschen um ihn herum – fast wie ein Resonanzhund. Fremden gegenüber begegnet er meist zurückhaltend, ohne dabei je aggressiv zu wirken. Er lässt sich nicht sofort von jedem streicheln, sondern entscheidet selbst, wann er Kontakt aufnehmen möchte und das kann schon mal eine Weile dauern. Da der Eurasier ein pelziger Sympathieträger ist, der sofort zum Knuddeln einlädt, sind Besucher manchmal enttäuscht, wenn er ihr Streichelangebot zunächst höflich, aber bestimmt ausschlägt. Bei seinen vertrauten Personen ist er hingegen häufig sehr verschmust und anhänglich.
In seinem Verhalten zeigt sich der Eurasier als angenehm ausgeglichener Begleiter. Er gehört nicht zu den kläffenden Hunden und meldet nur mit kurzen Lauten, wenn ihm etwas ungewöhnlich erscheint. Draußen zeigt er kaum Jagdtrieb und bleibt meist gut kontrollierbar – auch wenn er einem flüchtenden Kaninchen durchaus begeistert hinterherlaufen kann, kehrt er rasch wieder zurück.
Die Erziehung des Eurasiers gelingt mit Liebe, Geduld und Konsequenz sehr gut, denn er lernt schnell und gerne. Direkte, ständig gleiche Wiederholungen ermüden ihn allerdings – kreative Trainingsideen machen ihm weitaus mehr Freude. Er liebt geistige Herausforderungen und möchte sein Leben lang gefordert werden, idealerweise ohne Druck und mit spielerischem Ansatz.
Wichtig ist für diese Rasse die enge Einbindung ins Familienleben. Eurasier sind keine Hunde für die Zwingerhaltung und mögen langes Alleinsein nicht. Sie fühlen sich am wohlsten, wenn sie am Alltag ihrer Menschen teilhaben dürfen. Trotz ihrer ruhigen Art benötigen sie tägliche Bewegung. Ob Joggen, Spaziergänge oder Fahrrad fahren: Der Eurasier macht fast alles begeistert mit. Sportarten wie Agility können ihm Spaß bereiten, wohingegen Schutzhundesport oder monotone Apportierspiele weniger geeignet sind.
Das ausgesprochen schöne Haarkleid lässt einen hohen Pflegeaufwand vermuten, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Regelmäßiges Bürsten genügt, nur während des Fellwechsels sollte man häufiger zur Bürste greifen, da sich die Unterwolle dann in Büscheln löst. Der Eurasier braucht nicht gebadet zu werden und benötigt auch keine Frisörbesuche.
Wer dem Eurasier ein liebevolles Zuhause bietet, gewinnt einen treuen, charakterstarken Gefährten fürs Leben – einen Hund, der mit seiner Sensibilität, seiner ruhigen Ausstrahlung und seiner tiefen Loyalität jeden Tag auf besondere Weise bereichert.
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